Proofreading
Der Wert zeigt sich dort,
wo nichts passiert.
Oft übersehen. Nicht verzichtbar.
Proofreading gehört zu den Arbeitsschritten, die kaum sichtbar sind. Wenn es gut gemacht wird, spricht meist niemand darüber. Dennoch ist es eine der letzten und wichtigsten Kontrollen vor der Markteinführung.
Wir verstehen Proofreading nicht als formalen Abgleich von Dokumenten. Wir prüfen, ob regulatorische Anforderungen korrekt, vollständig und konsistent in die Verpackung umgesetzt wurden. Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Textelemente, sondern die gesamte Informationskette von der Quelldokumentation bis zur fertigen Packung.
Deshalb ist Proofreading für uns nicht nur ein Prüfschritt, sondern ein wesentlicher Beitrag zur Qualität und Sicherheit von Arzneimitteln.
Proofreading
Wir prüfen regulatorische Inhalte grundsätzlich gegen die zugrunde liegende Zulassungsdokumentation. Dabei setzen wir das Text Verification Tool (Schlafender Hase) ein, um Inhalte systematisch und nachvollziehbar zu vergleichen. Zusätzlich führen wir eine visuelle Prüfung durch, um sicherzustellen, dass alle relevanten Informationen vollständig und korrekt dargestellt werden.
Diese Kombination verbindet die Stärken einer softwaregestützten Verifikation mit der Aufmerksamkeit erfahrener Proofreader. Denn nicht jede Abweichung ist rein textbasiert erkennbar. Visuelle Veränderungen, Layoutverschiebungen oder Darstellungen, die trotz identischem Text zu Missverständnissen führen können, erfordern weiterhin den geschulten Blick des Menschen.
Mock-up-Proofreading
Viele Artwork-Änderungen betreffen nur einzelne Inhalte. Ein Satz auf der Faltschachtel wird angepasst, ein Abschnitt in der Packungsbeilage ergänzt oder der Zulassungsinhaber auf einer Folie geändert. Die gewünschte Änderung ist dabei meist klar definiert.
Das Risiko liegt jedoch oft nicht in der Änderung selbst. Jede Anpassung kann unbeabsichtigt weitere Veränderungen verursachen. Ein Logo wird verschoben, ein Zeilenumbruch verändert sich oder ein Element rutscht an eine andere Position, obwohl es von der Änderung gar nicht betroffen sein sollte.
Deshalb prüfen wir nicht nur die gewünschte Änderung. Wir kontrollieren, ob sich darüber hinaus etwas verändert hat. Denn bei einer Artwork-Änderung soll sich nur das ändern, was tatsächlich geändert werden sollte.
Mock-up-Proofreading stellt sicher, dass aus einer punktuellen Änderung keine unbeabsichtigte Änderung des gesamten Artworks wird.
Über den Vergleich hinaus: Verantwortung übernehmen
Für uns ist Proofreading einer der wichtigsten Beiträge zur Patientensicherheit. Nicht weil Unterschiede gefunden werden müssen, sondern weil Unterschiede verstanden werden müssen.
Automatisierte Vergleiche, digitale Werkzeuge und KI können dabei unterstützen. Sie helfen, Änderungen sichtbar zu machen und Auffälligkeiten schneller zu erkennen. Die eigentliche Arbeit beginnt jedoch erst danach.
Jede Abweichung muss fachlich bewertet werden. Ist sie gewollt oder unbeabsichtigt? Ist sie korrekt oder kritisch? Hat sie Auswirkungen auf Patienten, Anwender, Hersteller oder Lieferketten? Genau diese Bewertung entscheidet darüber, ob ein Artwork freigegeben werden kann oder nicht.
Proofreading ist deshalb für uns keine Suchaufgabe und kein mechanischer Vergleich von Dokumenten. Es ist die Übernahme von Verantwortung für die fachliche Bewertung von Änderungen und deren möglichen Auswirkungen.
Unterschiede zu finden ist einfach. Zu verstehen, welche Bedeutung sie haben, ist die eigentliche Expertise.
Proofreading im Zeitalter der KI
Software unterstützt Proofreader bereits seit vielen Jahren dabei, Unterschiede zwischen Dokumenten sichtbar zu machen. Der nächste große Entwicklungsschritt wird nicht das bessere Finden von Abweichungen sein. Der nächste Schritt wird die Bewertung dieser Abweichungen sein.
Wir sind überzeugt, dass KI künftig nicht nur erkennen wird, dass sich etwas verändert hat, sondern auch beurteilen kann, welche Bedeutung diese Veränderung hat. Ist die Abweichung kritisch? Ist sie gewollt? Entsteht daraus ein Risiko für Patienten oder Anwender? Genau dort beginnt die eigentliche Wertschöpfung.
Damit KI diese Entscheidungen treffen kann, muss sie jedoch zunächst von den Menschen lernen, die heute Verantwortung für diese Bewertungen übernehmen. Die Grundlage jeder intelligenten Bewertung ist die Expertise erfahrener Fachleute.
Die Zukunft des Proofreadings liegt nicht im automatischen Vergleich. Die Zukunft liegt in der intelligenten Bewertung von Änderungen.
